12 Nov

Drei Männer und ein Interview, Part I

Liebe Goodnity Fans,

es ist wieder an der Zeit für unsere nächste Blog-Story. Wir wünschen euch wie immer viel Spaß dabei und ein schönes, baldiges Wochenende 🙂

Euer Goodnity-Team!

Nachdem ich das Wochenende überaus produktiv mit Kleiderschrank ausmisten sowie die Sachen auf dem Flohmarkt verkaufen verbracht habe, starte ich relativ frisch und motiviert in die neue Woche. Das einzige was genervt hat, war das ständige Handeln auf dem Flohmarkt. Ich meine, ja schon klar… es ist ein Flohmarkt. Aber jetzt mal ernsthaft, ich verkaufe für 40 Euro quasi ungetragene 120 Euro Schuhe und die Leute wollen trotzdem noch handeln? Jetzt verstehe ich auch den Sinn, dass man einfach von vorne herein einen viel höheren Preis ansetzen sollte. Ich glaube das Handeln ist einfach eine Zwangshandlung auf dem Flohmarkt, wenn man es den Leuten untersagen würde, würden sie wahrscheinlich Augenzucken kriegen. Genauso wie ich Augenzucken bekomme, wenn jemand bei mir zu Hause meine alphabetisch geordneten Gewürze in eine falsche Reihenfolge zurück stellt…

Mein erster Termin für heute ist das Interview mit den drei Gründern von Goodnity. Es ist 10 Uhr morgens, sie scheinen recht produktiv zu sein. Mal ehrlich, wenn ich eine eigenes Startup hätte würde ich nur eines am Montagmorgen tun… schlafen! Aber wahrscheinlich habe ich deswegen noch keines. Wir treffen uns in einem Café in Friedrichshain, in der Nähe des Büros der Drei. Das Café ist recht ruhig und unaufgeregt, was mir sehr gut gefällt. Die Preise sind auch super günstig… und das mitten im Kiez! Dann sollte ja wohl ein größeres Frühstück drin sein, perfekt! Ich erkenne die Jungs direkt beim reinkommen. Mitte 20, die Kleidung ist ein Mix aus sportlich aber doch geschäftstermintauglich. Relativ typisch in der jungen Startup Szene. Sie begrüßen mich freundlich. „Hey wir sind Marc, Max und Keith und ich glaube wir haben jetzt ein Termin zusammen.“ „Ich glaube da habt ihr recht“, antworte ich grinsend. Wir einigen uns direkt darauf, dass wir erstmal bestellen, da die drei auch ziemlich Hunger haben. Sehr gut!

Nach unserer Bestellung beginne ich mit meinen ersten Fragen. „Also, wie genau seid ihr auf die Sache mit den Kinderpatenschaften gekommen?“ Marc antwortet darauf: „Als Grundschüler war es bei uns üblich, mit der gesamten Klasse eine Kinderpatenschaft zu übernehmen. Dafür wurde von jedem monatlich ein Euro eingesammelt und wir haben gelernt, dass es auch Kinder in der Welt gibt, denen es nicht so gut geht wie uns. Aber nicht nur weil Kinderpatenschaften uns bereits im frühen Alter zu sozialem Engagement motiviert haben, halten wir diese für besonders sinnvoll. Vielmehr sind wir davon überzeugt, dass wir durch die Ermöglichung von Bildung, einem sicheren Zuhause und einer vernünftigen Ernährung, das Problem von Kinderarmut an der Wurzel packen und nachhaltig helfen können. Dabei ist es wichtig zu wissen, dass das Geld aus Kinderpatenschaften ja nicht an die Kinder oder deren Familien direkt ausgezahlt wird, sondern in die komplette Infrastruktur um das Kind investiert wird – und zwar da, wo es am meisten gebraucht wird.“ Ich nicke und notiere, während ich zu meiner zweiten Frage ansetze: „Ok ja, ich muss euch auch sagen, dass bei uns im Büro schon total das Goodnity-Fieber ausgebrochen ist und wir die Idee alle echt super finden. Wie kam denn der Einfall, dies alles mit Marktforschungsfragen zu realisieren?“ Diesmal antwortet mir Keith direkt: „Naja, obwohl jeder von uns viele Menschen kennt, die sich regelmäßig sozial engagieren, unterstützen doch sehr viele von uns keine Hilfsprojekte. Das liegt nicht daran, dass wir diese nicht unterstützen wollen, sondern vielmehr daran, dass wir oft weder die Zeit noch das Geld dafür finden. Wir haben nach Wegen gesucht, um Spenden einfach und vor allem für jeden finanzierbar zu machen. Jeder Smartphone-Nutzer ist gleichzeitig Konsument mit einer ganz eigenen Meinung und somit interessant für eine Vielzahl von marktforschenden Unternehmen. Wir wollen diese Unternehmen mit unseren Nutzern verbinden und die Gelder, die so oder so für Marktforschung gezahlt werden, für einen guten Zweck nutzen.“

Als ich eigentlich zur nächsten Frage kommen will, wird unser wirklich toll angerichtetes Frühstück serviert. Mir läuft das Wasser im Mund zusammen bei den Bergen an Pasten, Käse und Obst… und das Brot duftet wirklich super frisch. Wir einigen uns mit einem kurzen, für sich selbst sprechenden Blick darauf, dass ich meine Unterlagen vorerst zur Seite lege und stürzen uns erstmal auf unsere Teller…