19 Nov

Drei Männer und ein Interview, Part II

Liebe Goodnity Fans,

Donnerstag ist Blog-Story Tag! Hier könnt ihr die vorletzte Blog-Story um Anna und ihren Weg zu Goodnity finden. Viel Spaß dabei! 🙂

Euer Goodnity-Team!

Ok, das war ein wirklich gutes Frühstück und meine Laune hat für einen Montagmorgen nun den maximal erreichbaren Höchstwert. Ich bestell mir zur Sicherheit noch einen weiteren Milchkaffee, damit ich nicht ins Fresskoma falle und das Interview anständig weiterführen kann.

„Also“, setze ich an, „wie genau finanziert ihr das eigentlich mit den Kinderpatenschaften? Oder seid ihr eine Non-Profit Organisation?“ Max schüttelt den Kopf und antwortet: „Nein, wir sind kein Non-Profit Unternehmen. Wir wollen, dass Goodnity sich in Zukunft vollkommen selber finanzieren und dabei wachsen kann wie es andere Internet-Unternehmen vorgemacht haben. Oberste Prämisse für uns ist es dabei, dem ausgewählten Projekt jeweils 2 Cent pro beantworteter Frage zu Gute kommen zu lassen. Das ist ein festes Versprechen von uns, das wir immer vor unsere eigenen Aufwandendungen stellen werden. So kann man derzeit im Monat bis zu 5 Euro an Spendengeldern generieren. Wir arbeiten aber daran, diesen Betrag kontinuierlich zu erhöhen. Derzeit finanzieren wir uns noch größtenteils aus den eigenen Ressourcen, um diesem Versprechen zu 100 % gerecht zu werden. Umso mehr Nutzer sich über Goodnity sozial betätigen, umso mehr Geld können wir aus dem Marktforschungssektor an soziale Organisationen weiterleiten und umso attraktiver wird der Meinungsaustausch mit unseren Nutzern.“ Ich hake nochmal nach: „Aber wenn ihr bisher sogar noch drauf zahlt … wovon lebt ihr dann im Moment, wenn ich das Fragen darf?“ Max lächelt leicht und antwortet daraufhin: „Wir zahlen uns im Moment kein Gehalt. Wir leben von einem Stipendium von der EU. Und die Ausgaben, die wir momentan haben, stemmen wir teilweise über unser Erspartes, was wir in die Idee miteingebracht haben. Außerdem werden wir von ersten Investoren unterstützt. Wir haben zwei sogenannte Business Angels gefunden, die unsere Vision unterstützen und fest daran glauben, dass Goodnity wirklich groß werden kann. Aber auch die erwarten keine Dividenden oder ähnliches in absehbarer Zeit“

„Ok, wow. Das ist sicher ein gewisser Druck für euch, zeigt mir aber, dass ihr wirklich daran glaubt was ihr macht. Noch eine andere Frage. Als ein paar Kollegen von mir das böse Wort „Marktforschung“ gehört haben, hatten sie direkt Angst um ihre Daten. Könnt ihr Datenschutz garantieren?“ Diesmal antwortet Keith: „Ja, definitiv! Das ist uns auch sehr wichtig und betonen wir immer wieder. Goodnity speichert alle Antworten anonymisiert. Darüber hinaus bleiben die Login-Daten und persönlichen Informationen ausschließlich bei uns und werden weder veröffentlicht noch weitergegeben. Ihr werdet also z.B. auch nie irgendwelche Werbeemails oder ähnliches bekommen.“ „Und wie seid ihr gerade auf die Idee mit der Marktforschung gekommen?“, will ich wissen. Diesmal antwortet mir Marc: „Obwohl jeder von uns viele Menschen kennt, die sich regelmäßig sozial engagieren, unterstützen doch sehr viele von uns keine Hilfsprojekte. Das liegt nicht daran, dass wir diese nicht unterstützen wollen, sondern vielmehr daran, dass wir oft weder die Zeit noch das Geld dafür finden. Wir haben nach Wegen gesucht, um Spenden einfach und vor allem für jeden finanzierbar zu machen. Jeder Smartphone-Nutzer ist gleichzeitig Konsument und somit interessant für eine Vielzahl von marktforschenden Unternehmen. Wir wollen diese Unternehmen mit unseren Nutzern verbinden und die Gelder, die so oder so für Marktforschung gezahlt werden, für einen guten Zweck nutzen. Und Marktforschung war da, insbesondere als Startpunkt, auch eine der unterhaltsameren und interaktiveren Möglichkeiten.“

Und wie verwaltet ihr das mit den Kinderpatenschaften? Ist doch sicher eine komplizierte Sache oder? „Naja“, sagt Keith, „um sicherzustellen, dass das Engagement auch da ankommt, wo es benötigt wird, ist jahrelange Erfahrung und eine extrem sichere Infrastruktur erforderlich. Da wir diese im Moment noch nicht so bieten können, kooperieren wir mit Organisationen, die sich mit der Versorgung von Kindern in Not wirklich auskennen. Aktuell arbeiten wir hierzu mit nph Deutschland e.V., einer internationalen und DZI-geprüften Hilfsorganisation, zusammen. Jede Frage, die beantwortet wird, generiert Geld, welches an die von nph deutschland betreuten Kinderpatenschafts-Programme geht.“

Ok, noch eine letzte Frage: „Was ist eigentlich euer großes Ziel bzw. eure Vision die euch vorschwebt.“

„Also das ist so“, antwortet Max, „wir wollen den Prozess des Spendens in das digitale Zeitalter holen. Das Internet und mobile Apps haben vieles einfacher gemacht und nehmen uns viele Probleme des alltäglichen Lebens ab. Mit Spenden ist das grundsätzlich nicht so einfach. Allerdings ist das nach unserer Meinung etwas, das man schaffen kann. Wir hoffen, dass wir durch das Herabsetzen von Eintrittsbarierren und das Vereinfachen des gesamten Spendenprozesses vor allem jungen Menschen die Chance geben werden, sich langfristig zu engagieren. „Gutes tun“ soll so zu einem festen Teil des alltäglichen Lebens werden, unabhängig von der eigenen finanziellen oder physischen Situation. Unsere Nutzer sollen dabei nicht nur einmalig spenden, sondern über einen längeren Zeitraum ein Kinderpatenschaftsprojekt begleiten. Das ist schon eine bewusste Entscheidung für uns gewesen, da wir damit die Nutzer zu einem wirklich langfristigen Engagement befähigen. Bald kommt auch unsere Android-Version raus, welche sich schon in der Entwicklungs-Phase befindet. Wir denken, damit nochmal einen ganzen Schwung mehr Smartphone Nutzer zum Spenden befähigen zu können. Außerdem sind wir gerade dabei unserer Community noch mehr Projekte, welche sie unterstützen können, anzubieten. Beispielsweise ein Engagement für Flüchtlinge oder Tierschutz. So ist jeder noch freier in seiner Entscheidung, für was er sich engagieren kann.“

„Das klingt wirklich vielversprechend. Ich wünsche euch wirklich viel Erfolg dabei, auch weil ich finde, dass es tatsächlich mal eine sehr gute Sache ist, für die man sein Smartphone nutzen kann. Haltet mich mal auf dem Laufenden. Wir würden sicher öfter über euch berichten, bei Neuigkeiten. Das ganze Büro ist wirklich ganz begeistert von eurer App. Also vielen Dank für das Interview und macht euch noch einen schönen Montag.“ Die Jungs stehen auf und verabschieden sich von mir… ich trete raus in die kühle Herbstsonne und laufe ein Stück, statt direkt die Bahn zu nehmen. Bei so schönem Wetter muss ich ja nicht direkt zurück ins Büro hetzen…